Mittwoch, 31. März 2010

Aimées Tagebuch - Prolog

Nachdem ich lange, tief und zum Glück traumlos geschlafen hatte, wachte ich auf und sah das helle,klare Licht des anbrechenden Frühlings durch die Vorhänge sickern. Ein Lächeln flackerte über mein Gesicht, als ich an die Geschehnisse der vergangenen Tage und Wochen dachte. Im Kopf fügte sich langsam meine To-do-Liste für den heutigen Tag zusammen. Erstens , aufräumen. Zweitens , Jojo anrufen. Und drittens, diese Sache mit Lucas klären. Als ich an Lucas dachte verschwand mein Lächeln mit einem Mal. Ich dachte an seine traurigen Augen gestern Abend, an seinen Gesichtsausdruck, als ich ihn mit meinen unüberlegten Worten verletzt hatte. Es tat mir Leid, aber er hörte mir nicht mehr zu. Er wollte nichts mehr hören . Und ich konnte ihn so sehr verstehen.
Und als ich dann von Micha anfing zu erzählen, ist er aufgestanden und gegangen. Ich saß allein und völlig verwirrt auf der Bank am Weiher und bin nochmal die ganze Konversation in Gedanken durchgegangen und dann wurde ich wütend. Er sagte doch immer, ihm ist es völlig egal mit wem ich zusammen bin. Er empfindet nichts für mich. Nein, er sagte deutlich und klar letzte Sommerferien:"Amy, bitte. Das ist doch kindisch.Ich liebe dich einfach nicht." Und schon stiegen mir mal wieder Tränen in meine Augen und kullerten langsam meine Wangen hinunter. So ein scheiß, ich wollte doch nicht wegen ihm weinen.DAS hatte ich doch hinter mir... wir sind doch nur Freunde, ziemlich gute Freunde. Besser gesagt, er war mein bester Freund. Schon seit dem Kindergarten war er das für mich gewesen. All' die gemeinsamen Erinnerungen , die wir hatten , konnten doch jetzt niht einfach aufgegeben werden , nicht einfach vergessen werden , all die Jahre nicht einfach in Minuten zerstört werden.
Ich nahm mir vor, gleich nach dem Mittagessen bei Lucas vorbeizuradeln. Wie die letzten 9 Jahre fast jeden Tag. Als ich bei ihm ankam, stieg ich vom Rad und klingelte. Ich hatte schon so oft bei ihm geklingelt doch noch nie aus diesem Grund. Schließlich, nach einer Minute, die mir vorkam wie eine halbe Ewigkeit, öffnete er. Als er mich sah, verhärtete sich sein Gesichtsausruck zu jener steinernen Maske , die ich niemals auf seinem Gesicht sehen wollte. Ich wählte sorgfältig meine Worte. '' Luca,'' begann ich .'' Ich wollte gestern nicht, also versteh mich nicht falsch ... '' '' Amy ! Willst du nicht erst mal reinkommen ?''