Dienstag, 23. November 2010

Neuanfang.

Ich saß noch eine viertel Stunde später auf dem starken Ast, der über den Fluss ragte, und schaute wie sich alles unter mir bewegte, ein gleichmäßiger beruhigender Strom. So konnte ich am besten denken. Ich sah auf mein Handy, drei verpasste Anrufe von Luca, und steckte es wieder in die Hosentasche. Seufz, es war nichts in mir, kein Gefühl von Trauer,Wut oder Reue. Nein, ich spürte nur diese große Freiheit, doch sie glich eher der Leere, welche ich nicht erwartet hatte. Und wieder befasste ich mich mit den letzten Worten von Flo...
"Ich glaube auch ,dass es am vernünftigsten wär, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Aimée , Ich liebe dich und ich glaube ich werde dich nie vergessen können, aber wir sind zu verschieden und doch so gleich um mitteinander zu recht zu kommen. Ich will dich als Meine Freundin, als meine Geliebte. Dennoch... Aimée jetzt schau nicht so, du willst mit MIR Schluss machen." Dann küsste er mich, richtig.
Und meinte wir sehen uns sowieso heute Abend, bevor er mir sein Armband gab und mich auf die Hand küsste...
Nein ich hatte nicht vor heute Abend zu Judiths Wochenendeinweihung hinzugehen. Ich könnte einfach nicht, ich wusste wenn ich hingehen würde ,würde ich wieder mit ihm zusammen kommen.
"Aimy!" Luca war da, kletterte hoch und lies sich hinter mir auf dem Ast nieder und umarmte mich.Ich legte meinen Kopf zurück auf seine Schulter und fühlte mich besser, nicht gut aber besser.
Die Zeit verstrich und er schaute mich die ganze Zeit an.
Ich glaubte, dass er darauf wartete,dass ich anfange zu weinen,doch ich konnte nicht. Er summte eine Melodie leise vor sich hin, ich meinte es war >pierrot the Clown< von Placebo. Nun da er wieder verstummte, fing ich an ihm alles zu erzählen. "Ich wusste eigentlich schon seit Samstag ,das es aus ist. Aber ich konnte mich noch nicht der Wahrheit stellen. Ich habe unsere Verabredungen für die Woche abgesagt und als er anrief, sagte er nur >Ich liebe dich, ich hoff es wird wieder<. Es schien mir, als ob er mich sehen könnte, also das was ich denke, fühle. Ich weiß, dass wir uns immer schon irgendwie so blind verstanden, aber es war trotzdem komisch. Du weißt doch noch, Lagerfeuer am See,als ich ihn kennen lernte, unser Gefasel über Gott und die Welt. Und wir haben uns seit dem ..."- "Ja ich weiß noch"
Ich sah Luca in die Augen und wusste dass er an Anne dachte, aber anderes Thema.
-"Naja und ich traf ihn heute im Teestübchen wir redeten und redeten.. Es war eigentlich wie immer,trotzdem war es aus und als er mich fragte, was nun los sei. Ich meinte ich wolle ihn nicht mehr küssen. Er nahm meinen Kopf in seine Hände und tat es doch. Ich fühlte nur ,dass es falsch ist, dass es nicht passt. Und Florian wollte wissen ob ich es wirklich ernst meine. Meine Antwort war ja. Ich sah den verzweifelten Ausdruck auf seinem Gesicht. Ob er nicht bemerkt hat, dass es nur Freundschaft ist, dass wir zu gleich sind um uns zu lieben, so zu lieben, Du weißt schon . Ich seh in ihm meine zweite bessere Hälfte mit der kann ich nicht schlafen... Er ist wie mein Bruder, nein nicht Bruder, eher bester Freund."-"ehm Nein ,das bin ja wohl ich" meinte Luca und lachte erstmal. Ich erzählte einfach weiter

Mittwoch, 31. März 2010

Aimées Tagebuch - Prolog

Nachdem ich lange, tief und zum Glück traumlos geschlafen hatte, wachte ich auf und sah das helle,klare Licht des anbrechenden Frühlings durch die Vorhänge sickern. Ein Lächeln flackerte über mein Gesicht, als ich an die Geschehnisse der vergangenen Tage und Wochen dachte. Im Kopf fügte sich langsam meine To-do-Liste für den heutigen Tag zusammen. Erstens , aufräumen. Zweitens , Jojo anrufen. Und drittens, diese Sache mit Lucas klären. Als ich an Lucas dachte verschwand mein Lächeln mit einem Mal. Ich dachte an seine traurigen Augen gestern Abend, an seinen Gesichtsausdruck, als ich ihn mit meinen unüberlegten Worten verletzt hatte. Es tat mir Leid, aber er hörte mir nicht mehr zu. Er wollte nichts mehr hören . Und ich konnte ihn so sehr verstehen.
Und als ich dann von Micha anfing zu erzählen, ist er aufgestanden und gegangen. Ich saß allein und völlig verwirrt auf der Bank am Weiher und bin nochmal die ganze Konversation in Gedanken durchgegangen und dann wurde ich wütend. Er sagte doch immer, ihm ist es völlig egal mit wem ich zusammen bin. Er empfindet nichts für mich. Nein, er sagte deutlich und klar letzte Sommerferien:"Amy, bitte. Das ist doch kindisch.Ich liebe dich einfach nicht." Und schon stiegen mir mal wieder Tränen in meine Augen und kullerten langsam meine Wangen hinunter. So ein scheiß, ich wollte doch nicht wegen ihm weinen.DAS hatte ich doch hinter mir... wir sind doch nur Freunde, ziemlich gute Freunde. Besser gesagt, er war mein bester Freund. Schon seit dem Kindergarten war er das für mich gewesen. All' die gemeinsamen Erinnerungen , die wir hatten , konnten doch jetzt niht einfach aufgegeben werden , nicht einfach vergessen werden , all die Jahre nicht einfach in Minuten zerstört werden.
Ich nahm mir vor, gleich nach dem Mittagessen bei Lucas vorbeizuradeln. Wie die letzten 9 Jahre fast jeden Tag. Als ich bei ihm ankam, stieg ich vom Rad und klingelte. Ich hatte schon so oft bei ihm geklingelt doch noch nie aus diesem Grund. Schließlich, nach einer Minute, die mir vorkam wie eine halbe Ewigkeit, öffnete er. Als er mich sah, verhärtete sich sein Gesichtsausruck zu jener steinernen Maske , die ich niemals auf seinem Gesicht sehen wollte. Ich wählte sorgfältig meine Worte. '' Luca,'' begann ich .'' Ich wollte gestern nicht, also versteh mich nicht falsch ... '' '' Amy ! Willst du nicht erst mal reinkommen ?''